Stellvertreter Christi auf Erden
Warum muss eigentlich der Papst immer katholisch sein? . Die Frage wurde mir ganz ernsthaft im Zusammenhang mit der Wahl von Papst Leo gestellt.
Man kann über die Frage sicher schmunzeln, aber sie zeigt auch, wie sehr der Papst als Vaterfigur für die ganze Christenheit empfunden wird. Warum er mehr ist als nur der Repräsentant des Vatikans oder das Oberhaupt der katholischen Kirche. Offensichtlich brauchen wir eine sichtbare Gestalt, die Kirche und Christenhtum in der Welt verkörpert.
Wir sind nicht bloß Kopfmenschen und dazu gehört auch, dass sich das, woran wir glauben, nicht nur irgendwie im Kopf abspielt, sondern auch eine sichtbare Gestalt hat.
In diesem Sinne verstehe ich auch die Bitte des Philipps im heutigen Evangelium: „Herr, zeige uns den Vater.“
In sener Frage entdecke ich die gleiche Sehnsucht: Wie sollen wir an einen Gott glauben, den wir nicht sehen, nicht berühren und anfassen können?
Brauchen wir Menschen nicht etwas „Handgreifliches“ (im wörtlichen Sinn)?
Weil wir eben nicht bloße Verstandesmenschen sind, weil auch unser Glaube etwas „Handgreifliches“ braucht, auch deshalb wird Gott in Jesus Christus Mensch.
Gott begegnet uns als Mensch. Sichtbar, greifbar, berührbar.
Wer mich sieht, sieht den Vater.
Ja, wir Christen brauchen für unseren Glauben eine sichtbare Gestalt.
„Stellvertreter Christi auf Erden“ – ist ein ganz alter Titel des Papstes.
Wer mich sieht, sieht den Vater.
Gilt dann (im übertragenen Sinn) auch für den Papst: Wer den Papst sieht, sieht Christus – und durch Christus GOTT selbst?
Ich spüre, wie sich da in mir Widerspruch regt:
Darf man so etwas überhaupt von einem Menschen sagen?
Setzt sich da nicht ein Mensch in ziemlicher Überheblichkeit an die Stelle Gottes?
Genau das war ja einer der entscheidenden Kritikpunkte Martin Luthers am Papsttum: Jesus Christus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Wer mich sieht, sieht den Vater. - Wer den Papst sieht, sieht Christus?
Stimmt das nun – oder muss man an dieser Stelle den Protestanten Recht geben und sagen: „Eine solche Sichtweise eines Menschen ist schlichtweg Anmaßung“?
Wenn man das wirklich isoliert nur auf den Papst betrachtet, haben die Protestanten vielleicht wirklich Recht.
Wenn man allerdings das Neue Testament genau liest, dann wird man eine ganz andere Entdeckung machen: Stellvertreter Christi, Stellvertreterin Christi auf Erden zu sein, ist nämlich kein Anspruch, der bloß dem Papst zukommt, sondern jedem getauften Christen.
Wir alle, Sie und ich, sind berufen Stellvertreter Christi zu sein, Christus in dieser Welt zu repräsentieren.
Christen sind nicht nur „der Fanclub eines beeindruckenden Menschen“.
Christen sind Menschen, die Jesus Christus und seine Botschaft – und damit Gott selbst in dieser Welt gegenwärtig machen.
Christen sind Menschen, die dafür sorgen, dass Gottes Liebe zu uns Menschen spürbar bleibt, sichtbar wird und die Welt wirksam verändert.
Sie kennen sicher das berühmte Zitat:
Jesus Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um heute seine Arbeit zu tun.
Jesus Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um heute seine Botschaft zu sagen.
Wer mich sieht, sieht Christus.
Das gilt nicht bloß für den Papst, sondern es sollte in einem tiefen Sinn für jeden einzelnen Christen gelten.
Wir alle sind in diesem Sinn „Stellvertreter Christi auf Erden“.
Wer mich sieht, sieht Christus.
Dieses Bewusstsein kann und will mich, mein Leben, meinen Alltag verändern.
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Weg-Gebet
Christus,
du verheißt uns Leben in Fülle
im Genießen unserer Kreativität,
im fairen Aushalten unserer Verschiedenheiten,
im phantasievollen Ausdrücken unserer Hoffnung,
im Lachen und Weinen.
Christus,
du erinnerst uns an die Quelle,
die in uns sprudelt:
im Entdecken unserer spielerischen Kräfte,
im Bemühen um eine Kultur der Zärtlichkeit,
im Hineintauchen in unsere schöpferischen Möglichkeiten,
im Aufstand für ein gerechteres Miteinander.
Christus,
du lebst in un
im achtsamen Wahrnehmen unserer Aufgabe,
im tanzenden Ausdrücken unserer Lebensfreude,
im schweigenden Staunen,
im Teilen vor Brot und Rosen.
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Mit diesem Newsletter schicke ich Ihnen zum ersten Mal einen "Geistlichen Impuls zum Sonntag" von Baesweiler aus.
Ich freue mich, dass viele, die den Newsletter von Breinig bezogen haben, mit mir nach Baesweiler "umgezogen" sind.
Und ich grüße alle neuen Interessenten an diesem Angebot.
Ihnen allen einen schönen Sonntag -
wünscht Ihr
Ulrich Lühring
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Herzliche Einladung zur Sonntagsmesse am 3. Mai 2026 in St. Petrus (Baesweiler) -
musikalisch gestaltet von Christoph Leuchter (mit Felicia Steffens und Alexander Driessen)
unter dem Motto "Neue Geistliche Musik" - Zelebrant: Ulrich Lühring