Vom Schatz im Himmel

Newsletter der Pfarrei St. Marien Baesweiler
"Geistlicher Impuls"


Geistlicher Impuls zum Sonntag - 26. Juli 2026

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Vom Schatz im Himmel

In einem Katechismus für Kinder aus den 50-er Jahren habe ich gelesen:

Eins hab‘ ich mir vorgenommen:
In den Himmel will ich kommen.
Mag es kosten, was es will,
für den Himmel ist mir nichts zu viel.

Damit müsste man mal heute einem Kind kommen.
Aber wie ist das denn mit Ihnen: Würden Sie das so oder ähnlich „unterschreiben“?
Oder wäre unser Motto nicht eher:

Lieber Gott, mach mich fromm,
dass ich in den Himmel komm –
aber lass dir damit Zeit,
das Leben dauert ja leider keine Ewigkeit.

Es gab Zeiten, da haben die Menschen wirklich alles getan, um in den Himmel zu kommen.
Ich denke nicht nur an den Ablasshandel, wo auch die Ärmsten ihre letzten Groschen zusammengekratzt haben, um einen „Freifahrschein für den Himmel“ zu ergattern.
Das „Gebet um eine gute Sterbestunde“, dass mich der Tod so trifft, dass ich in den Himmel komme, ist heute eher aus der Mode gekommen.

Der Hintergrund ist natürlich, dass über Jahrhunderte mit der Furcht, den Himmel zu verfehlen, Druck gemacht wurde, Macht ausgeübt wurde.
Die Zeiten sind vorbei – Gott sei Dank.

Die aktuelle Haltung gegenüber dem Himmel ist doch eher, wie gerade schon zitiert:
In den Himmel wollen wir schon, aber es muss ja nicht jetzt und sofort sein.

Ich denke an die Erzählung vom Brandner Kaspar, der mit dem Tod Karten spielt, den Tod mit Kirschgeist betrunken macht, gewinnt und damit weitere 20 Lebensjahre bekommt.
Es gibt viele Witze, die aus dem Himmel eine Karikatur machen, da steht Petrus im Rauschebart am Himmelstor, von Engelchen umgeben.
Die moderne Ansicht über den Himmels spiegelt sich auch in Liedern wie „Wir kommen alle, alle in den Himmel“ oder „Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin – das mit dem Himmel, das kriegen wir schon hin“.

Ich denke, das sind auch Zeichen einer Verlegenheit. Wir wissen nichts Konkretes und dieses Nichtwissen wird dann spöttisch ausgemalt.

Die Frage, die uns das heutige Evangelium stellt, lautet daher: Trauen wir Gott zu, dass er für uns eine Zukunft bereithält, die sich mit einem wertvollen Schatz vergleichen lässt, einem unvergleichlichen Schatz, wie der schönsten Perle, für die ein Kaufmann alles hergeben würde?

Im Bild vom Schatz steckt für mich aber auch noch eine andere Dimension drin.
Es geht um einen Schatz. Einen Schatz kann ich suchen, finden, entdecken – aber nicht machen, nicht produzieren.
Für mich heißt das: Den Himmel ist keine Belohnung für ein moralisch perfektes Leben. Den Himmel kann ich nicht „verdienen“.

Ein bekannter Spruch sagt ja:

Wenn wir in den Himmel kommen, werden wir uns wundern,
wer alles da ist, von dem wir es nicht erwartet hätten,
wer alles nicht da ist, von dem wir es erwartet hätten –
und vor allem, das wir selbst da sind.

 

Wenn ich die Lesung noch mit dazu nehme, könnte man auch sagen: Das Himmelreich ist nicht etwas, sondern jemand.
Das Christentum ist eine Beziehungs-Religion.
So verstehe ich Paulus, wenn er sagt: Das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

Es geht um die Liebe, die gelebte Liebe zu Gott, zu den Menschen und zu uns selbst.
Wenn der Himmel unendliche Liebe ist, wird damit nichts anfangen können, der nicht Liebe in sich trägt und liebe gelebt hat.

Ich glaube immer mehr, dass das das „Jüngste Gericht“ ist: dass ich vor der unendlichen Liebe Gottes stehe und erkenne, wie wenig mein Leben damit zu tun hat, wie wenig ich mit dem zu tun habe, der „die Liebe“ ist.
Wie soll ich es denn eine Ewigkeit lang mit der unendlichen Liebe aushalten, wenn in mir keine Liebe ist?

Darum ist der Himmel nicht auf das Jenseits verschoben. Der Bauer findet den Schatz mitten in der alltäglichen Routine des Ackerns.

Wir können in unserem Alltag immer wieder Perlen und Schätze finden und ahnen etwas vom Himmelreich.
Der Schatz im Acker hat auch nicht gleich geglänzt.

Die Frage an diesem Sonntag ist:

  • Wie stellen Sie sich den Himmel vor?
  • Was bedeutet der Himmel für Sie ganz persönlich?
  • Kommen wir „alle, alle in den Himmel“ – oder wie ist das?

Ein letzter Spruch zum Schluss:

Das Himmelreich
ist seit Christi Himmelfahrt
auch unterhalb der Wolken.

 Klaus Jäkel
www.pfarrbriefservice.de

 Predigtidee: Klaus Heizmann
(Gottes Wort im Kirchenjahr 2023)

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Welchem Schatz renne ich Tag für Tag hinterher?
Wonach streckt sich mein Herz, worauf richte ich meine Hoffnung?Sind es Besitz, Erfolg und Anerkennung – oder etwas, das tiefer trägt?

Jesus lädt mich ein, Schätze zu sammeln, die nicht vergehen.
Ist der Himmel für mich so ein Schatz?
Und was ist das überhaupt für mich: der Himmel?


Vielleicht ist der Himmel viel mehr als ein Ort.
Vielleicht ist er die vollkommene Gemeinschaft mit Gott.

Ein Leben ohne Angst, ohne Leid, ohne Tränen.
Ein Zuhause, in dem Liebe und Frieden niemals enden.

Wenn ich daran glaube, verändert das meinen Blick auf heute.
Dann gewinnen Mitmenschlichkeit, Vergebung und Vertrauen an Wert.
Jeder Schritt der Liebe wird zu einem Schritt auf den Himmel zu.

Gott selbst möchte mein größter Schatz sein.
Ist unser Leben wirklich auf diesen Schatz ausgerichtet?
Denn wo unser Schatz ist, da wird auch unser Herz sein.

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Noch einmal der Hinweis: Das versteckte Filmzitat in unserem "Sommerferienrätsel" findet sich nur im "gesprochenen Wort" im Sonntagsgottesdienst und nicht im "Geistlichen Impuls". Um den Kinosaal als Hauptpreis zu gewinnen müssen Sie schon in die Kirche kommen. Herzlich willkommen.

Einen schönen Sonntag wünscht
Ihr
Pastor Ulrich Lühring