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Von guten Mahl-zeiten
Newsletter der Pfarrei St. Marien Baesweiler
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Geistlicher Impuls zum Sonntag - 2. August 2026![]() Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt? Was Jesaja da in der heutigen Lesung (Jes 55,1-3) vor rund 2.800 Jahren schreibt, könnte auch aus einem ganz modernen „Handbuch für richtige Ernährung“ stammen. Ich muss da an die Sendung „Besseresser“ im Fernsehen denken, wo ein „Produktentwickler“ bekannte Fertigprodukte und Fastfood auf ziemlich unappetitliche Weise nachbaut (um nicht zu sagen: zusammenpanscht). Mich lassen solche Sendungen im Fernsehen immer sehr ratlos zurück: Was soll man denn noch essen? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen. „Fette Speisen“ – da merkt man, wie sich die Zeiten geändert haben. Warum bezahlt ihr mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Geht es Jesaja denn überhaupt um das Essen? Noch nie hat der Mensch soviel Freizeit gehabt wie heute, noch nie wurde so viel Geld ausgegeben für Freizeit und Unterhaltung. Die Urlaubsziele liegen immer weiter weg. Aber kommen wir wirklich erholter und zufriedener aus dem Urlaub als meine Eltern, die 14 Tage an die Nordsee gefahren sind – und deren einziges Freizeitangebot aus einer Luftmatratze am Strand bestand? Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt? - das ist die erste Frage an diesem Sonntag uns uns, an Sie und mich. Stillt das, wofür wir oft viel Geld ausgeben, wirklich unseren eigentlichen Lebenshunger?
Aber ich muss doch noch einmal auf das Thema "Essen" zurückkommen, denn das Nachdenken über diese Jesaja-Lesung hat mich an einen Spruch (oder besser: an ein Wortspiel) erinnert: Der Mensch ist, was er isst. So wie wir leben, so essen wir. So wie wir essen, so leben wir. Dabei geht es aber nicht nur darum, WAS wir essen, sondern auch WIE wir essen. Es geht um das Stichwort „Esskultur“. Ich erinnere mich an einen speziellen Kandidaten, der auch nach zwei Wochen noch die Grundbegriffe von Esskultur nicht verstanden hatte. Essen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir haben immer weniger Zeit. Und wir haben zu unterschiedlichen Zeiten Zeit. Das waren noch Zeiten, als man zur Mahlzeit zu Tische lag. Fast möchte man heute sagen: Das waren noch Zeiten, als man sich zum Essen hinsetzte. Es ist sicher kein Zufall, dass nicht nur im heutigen Sonntagsevangelium, sondern immer wieder nicht nur vom Essen, sondern von wirklichen Mahlzeiten die Rede ist. Die wunderbare Brotvermehrung, von der das heutige Sonntagsevangelium erzählt, fand nicht als Fast-Food im Stehen statt. Es geht nicht nur um Nahrungsaufnahme. Es geht um Gemeinschaft, Austausch, Diese beiden Impulse nehme ich mit aus den heutigen Lesungstexten:
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen in der kommenden Woche: viele gesegnete Mahlzeiten. ================================================================= Herr, ich komme immer wieder
Oft nähre ich mich von dem, Herr, du bist das Brot des Lebens. Schenke mir, was mich wirklich satt macht ========================================================= Herzliche Grüße, P.S. Das gesuchte Filmzitat in der heutigen Predigt ist (zugegebenermaßen) nicht ganz leicht zu finden. Bild © Ulrich Lühring - ChatGPT |