|
Im Schilderwald der Gebote
Newsletter der Pfarrei St. Marien Baesweiler
|
Im Schilderwald der GeboteWenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten… Die Gebote halten – das ist so ein Ausdruck, den man nur zu hören braucht, um dann gleich innerlich zusammenzuzucken. Die Gebote halten! Die großen, die zehn Gebote bekommen wir sicher noch irgendwie zusammen, vielleicht nicht in der richtigen Reihenfolge: nicht töten, nicht stehlen, nicht ehebrechen – das sollte ja in der Regel kein Problem sein. Und dann gibt es ja auch noch eine ganze Menge anderer Gebote, die sogenannten „kirchlichen Gebote“:
Ich behaupte mal: Da wird es bei Vielen noch schwieriger. Ein neues Gebot gebe ich euch.
Als ob man diesem „Gebotekatalog“ jemals gerecht werden könnte! Aber steht da nicht im Evangelium: Wer die Gebote hält, wird von Gott geliebt?
Zum Glück hat diese Vorstellung mit Jesus von Nazareth und seiner Botschaft aber so was von wenig zu tun. Vom wem haben wir uns denn dieses kleinkarierte Gebote-Aufzählen einreden lassen? „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten…“ – was Jesus gemeint hat, kann für mich kein Abarbeiten eines Gebotekataloges sein. Jesus hat immer wieder den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Und nichts anderes erwartet er auch von uns. Ein neues Gebot gebe ich euch: Gott lieben und den Nächsten lieben wie sich selbst – das ist alles, was nötig ist (Mk 12,29). Da könnte ich noch so oft zur Kirche laufen. Da könnte ich noch so viele Gebete sprechen und alle Fast- und Abstinenztage einhalten und alle Feste feierlich begehen. Wenn mein Hauptaugenmerk nicht darauf gerichtet ist, mit anderen gemeinsam das Leben so zu gestalten, dass es für möglichst alle lebenswert ist - dann gehe ich an der Botschaft Jesu vollkommen vorbei. Diesem Jesus ging es immer um Menschlichkeit, nicht um einen Gebotekatalog. Die Vorstellung, ich könnte mir die Liebe Gottes durch die Befolgung möglichst vieler Gebote verdienen, ist für mich völlig daneben. Schauen wir doch auf das, was Jesus nie müde geworden ist zu betonen: Dass Gott die Liebe ist, und dass seine Liebe nicht berechnend ist, nicht aufrechnend und nachrechnend. SEINE Liebe ist mir immer schon geschenkt, bedingungslos. Ich kann sie nicht verdienen. Und ich muss sie nicht verdienen. Aber weiterschenken kann ich sie, diese Liebe. "Liebe - und dann tu was du willst" - ist ein berühmtes Zitat des Heiligen Augustinus. Wenn Sie sich die ganzen Gebote nicht merken können, merken Sie sich einfach diesen Satz - und vor allem leben Sie danach: Liebe - und dann tu was du willst. Idee: www.joerg-sieger.de ============================================================================= Viele Zieleüberall - Gebote, Verbote, Angebote nichtige, richtige und wichtige ja - da sind der Ziele viele doch - wo geht´s lang Klaus Jäkel =========================================================================== Einen frühlingshaft schönen Sonntag Ulrich Lühring Bild © Martin Jäger (pixelio.de) |