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Pfingsten: Vielfalt statt Einfalt
Newsletter der Pfarrei St. Marien Baesweiler
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Geistlicher Impuls - Pfingsten 2026![]() Pfingsten: Vielfalt statt Einfalt Die Pfingstlesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2,1-11) wird in Pastörenkreisen manchmal scherzhaft die „Lektorenprüfung“ genannt. Diese fremden Ländernamen auf die Reihe zu bekommen, ist wirklich nicht einfach: Phrygien, Pamphylien, Proselyten. Das sind ja die reinsten "Zungenbrecher". Nein, wir können sie nicht weglassen. Die Pfingstlesung zeigt uns die Kirche in ihrer Geburtsstunde. Und sie betont: Vom ersten Augenblick an gehören Menschen aus ganz verschiedenen Völkern, aus verschiedenen Kulturen mit verschiedenen Sprachen zur Kirche. Die Pfingstlesung aber betont: Kirche ist nicht im Laufe der Zeit universal geworden, sie ist es vom ersten Anfang an. Darum bringt Lukas die vielen Ländernamen. zwölf aus der damaligen Welt, von Ost nach West, von Nord nach Süd. Vielfalt gehört zur Kirche – von Anfang an. Zwei Personen – drei Meinungen, heißt ein altes Sprichwort. Mir fällt auf, dass in letzter Zeit immer häufiger die Rede ist von einer „gespaltenen Gesellschaft“. Die Bundesregierung ist gespalten, weil es zwei Parteien gibt mit unterschiedlichen politischen Meinungen. Davon zu träumen, dass Menschen eine Meinung haben und mit einer Stimme sprechen, das ist verständlich, aber ein großer Irrtum. Wenn Gott das gewollt hätte, dann hätte er uns Menschen anders geschaffen. Aber er hat ganz offensichtlich die Vielfalt gewollt und die Verschiedenheit unter uns Menschen geht auf Gott selbst zurück.
Es ist oft genug die Rede von der Einheit, nicht zuletzt hier in der Kirche und im Evangelium.
Das Gegenteil von Vielfalt ist nicht Einheit, sondern Einfalt – habe ich irgendwo gelesen und so steht es tatsächlich im Duden: das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt. Wir sind froh, dass bei uns in Deutschland die Zeiten vorbei sind, in denen Widerspruch und andere Auffassungen gar nicht erst aufkommen durften, wo man unterschiedliche Meinungen verhindert, unterdrückt und verboten hat. Ich denke an die Zeit der Nazi-Herrschaft oder der Stasi in der DDR. Vielfalt ist kein Fluch, sondern ein Segen. Einheit in Vielfalt, das ist die große Herausforderung. Platz für die Konservativen, die gute, alte Werte bewahren wollen. Platz für die Älteren, die Angst haben vor Veränderung. Gott hat die Welt vielfältig gewollt. Und er hat seine Kirche vielfältig gewollt. Kirche muss vielfältig sein. Kirche muss katholisch, umfassend sein – oder sie hört auf, christliche Kirche zu sein. Die Natur ist vielfältig. Unsere Gesellschaft muss vielfältig sein. Unser Leben muss vielfältig sein. Pfingsten ist der Festtag der Vielfalt. Und darum können wir den Lektoren nicht ersparen, diese vielen, fremden Namen zu buchstabieren, um uns daran zu erinnern, was katholisch eigentlich heißt: Einheit in Vielfalt. ============================================================= Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Komm heiliger Geist Stephan Tengler ========================================================= Herzliche Grüße und ein sommerlich-frohes Pfingstfest Bild © Johann Simon (pfarrbriefservice.de) |