Baumaßnahmen in St. Martinus

in Oidtweiler

St. Martinus Oidtweiler (c) Mionskowski
Datum:
Mi. 14. Sep. 2022

St. Martinus Oidtweiler ist der einzig noch existierende Kirchenbau aus mittelalterlicher Zeit auf Baesweiler Stadtgebiet. Erstmals erwähnt wurde eine Kirche in Oidtweiler im Jahr 1275, Unterlagen im Pfarrarchiv verweisen sogar auf das Jahr 940. Dieses alte Gotteshaus wurde 1504 durch einen einschiffigen Neubau in Formen der Gotik ersetzt, der heute das südliche Seitenschiff der Kirche darstellt. 1929 wurde die Kirche erweitert und das Mittelschiff und nördliche Seitenschiff erbaut. Am 25.10.1931 fand die feierliche Kirchweihe statt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gotteshaus Schäden durch Artilleriebeschuss, die bis 1950 mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln behoben werden konnten.

Nachdem sich 2019 der Innenputz über der Orgelbühne löste und Nässe in das Gewölbe und die Mauern eindrang, stellten das durch Bistumsarchitektin Frau Richarz zur Begutachtung bestellte Architekturbüro Paulssen + Schlimm und der Statiker Herr Wallrafen fest, dass eine Instandsetzung der Dachtragwerke und der Hauptdachflächen erforderlich ist. Der Dachstuhl des historischen Teils der Kirche ist statisch instabil, größere Kriegsschäden wurden nicht ausreichend behoben, konstruktive Verbindungen fehlen, so dass alle Binder des Tragwerks sich geneigt haben und teilweise verdreht sind. Insgesamt sind die gesamten Dachflächen in keinem guten Zustand mehr, so dass im Rahmen der statisch-konstruktiven Sicherung dann auch das Dach des Hauptschiffes neu gedeckt werden soll. Deshalb sind folgende Maßnahmen zur Abhilfe zu ergreifen:

 

Einrüstung der Außenwandflächen der Kirche

Montage eines Notdaches als Witterungsschutz des Innenraumes

Rückbau der Schiefereindeckung und Dachverschalung zur Überarbeitung der Dachstühle

Richten der hölzernen Bindesysteme über dem südlichen Seitenschiff

Ertüchtigung der stählernen Fachwerkbinder über dem Hauptschiff, sowie Überarbeitung der Binderauflager als Lose- bzw. Festlager

Instandsetzung der Mauerkronen im gesamten Dachbereich

Teilerneuerung des Außenmauerwerks

Neueindeckung der Kirche mit Schiefer

Erneuerung bzw. Anpassung der Blitzschutzanlage im zu bearbeitenden Dachbereich

Putzarbeiten. Instandsetzung abgängiger Putzflächen über der Kirchenorgel

Malerarbeiten. Anstrich der sanierten Neuputzflächen in einem mineralischen Farbsystem

Schutzmaßnahmen. Orgelschutz, Innenraum sowie sonstige in Anspruch genommene Flächenund Bauteile.

 

Die Kosten werden vom Bistum, der Pfarrgemeinde und, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, einem Zuschuss aus dem Denkmalförderprogramm getragen. Der Zuschuss aus dem Denkmalförderprogramm setzt voraus, dass noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden muss. Während der Bauzeit wird das Gotteshaus aus sicherheitstechnischen Gründen geschlossen. Die Wochenendmessen für St. Martinus werden dann voraussichtlich in St. Wendelinus Bettendorf, die Werktagmessen, wenn möglich, im Pfarrheim St. Martinus, Bahnhofstrasse stattfinden.